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20 NEUE ARCHE-SCHULEN

Qualifizierungsprojekt mit der GEH    
Alte Nutztierrassen sind in Deutschland vom Aussterben bedroht. Gezüchtete neue Rassen sind leistungsstärker und verdrängen die alten aus der Landwirtschaft. Doch ihre Erhaltung ist nicht nur wichtig für die Vielfalt im Genpool und die Beweidung der Landschaft, sondern auch für unsere Ernährung.

Um genau das Kindern und Jugendlichen deutlich zu machen und sie für die alten Nutztierrassen zu interessieren, hat das SCHUBZ im Jahr 2021 ein neues Pilotprojekt angestoßen: Als Projektträger qualifizieren wir Lehrkräfte und Landwirte, damit sie mit Kindern und Jugendlichen zum Thema alte Nutztiere und Ernährungssicherung arbeiten können.

Sympathieträger
Ob Rotbuntes Husumer Schwein, Thüringer Wald Ziege oder Lippegans: Alte Nutztierrassen wie sie stehen nicht nur auf der Roten Liste der bedrohten Arten, sondern sind auch unbedingte Sympathieträger und damit wunderbare Bildungsanlässe.

Für unser neustes Pilotprojekt stellen wir sie ins Zentrum unserer Qualifizierungsinitiative. In Kooperation mit der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) bilden wir Pädagogen und Landwirte fort und zeichnen deren Höfe anschließend als „Arche-Schulen“ aus.

Es geht um die Ernährung…
Thematische Schwerpunkte sind vor allem die Ernährungssicherung: Wir möchten, dass Lehrkräfte, Landwirte und Kinder sowie Jugendliche sich gemeinsam mit der Bedeutung und dem Risiko von Ernährungssicherung und Ernährungsvielfalt auseinandersetzen, und zwar im Bezug auf den Status Quo der modernen Landwirtschaft.
Außerdem geht es um den Erhalt der biologischen Vielfalt zur Generhaltung bei Nutztieren, Themen der Vermarktung wie etwa Weltmarkt und Preisbindung. Zentral ist außerdem die Regionalität der Produktion von Lebensmitteln sowie regionale Vermarktungsstrategien und Marketing. Und am Ende dreht sich natürlich auch alles um den bewussten Konsum.

… und das Engagement in der Öffentlichkeit
Gemeinsam können die Teilnehmenden Zukunftsvisionen und Problemlösungen für die besuchten Höfe entwickeln und eigene Standpunkte und Ideen bei einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung der Öffentlichkeit präsentieren.
Lehrkräfte erhalten komprimiertes Hintergrundwissen in Form eines Handbuchs zum Thema „Chancen und Risiken der modernen Landwirtschaft“ sowie zu „Nutzen und Bedeutung alter Nutztierrassen“. Während eines eintägigen Seminars stellen wir ihnen außerdem die im SCHUBZ ausgearbeiteten Module für den Unterricht in den jeweiligen Klassenstufen vor.

Landwirte lernen mit
Die Landwirte respektive Halter der Tiere bekommen von uns in erster Linie Unterstützung im Bereich Pädagogik. Während eines anderthalbtägigen Workshops lernen sie die gemeinsam entwickelten Methoden und Materialien kennen und können sogleich deren Anwendung erproben.
Last but not least werden Rechtliches und Organisatorisches beim Hofbesuch einer Schulklasse ebenso Thema sein wie Unfallrisiken und Erste Hilfe an Kindern. Beim Besuch von zwei Schulklassen setzen die Landwirte die Module ein, Unterstützung und Reflexion gibt es dabei von einem professionellen Pädagogen als Coach. Nach Abschluss von Workshop und ersten Schulbesuchen zeichnen wir den Hof als „Arche-Schule“ aus.

Wer bekommt was?
Lehrkräfte und Landwirte erhalten nach der Qualifizierung (Lehrkräfte: ein Tag, Landwirte: 1,5 Tage) ein Handbuch. Für die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen gibt es Unterrichtsmaterial für die thematische Vorbereitung in der Schule sowie eine Erlebnisbox für den Hofbesuch.
Für die 9. und 10. Klassen entwickeln wir ein Quizz für die Schule und ein Escape-Game auf dem Hof. Für diese Altersstufe lassen wir außerdem einen Film produzieren, der in drei Minuten die wichtigsten Fakten auf den Punkt bringt.

Die ersten 1.000
In der Pilotphase ist geplant, 20 Höfe in Hessen und Niedersachsen als „Arche-Schulen“ auszuzeichnen. Die Höfe vernetzen sich mit 20 Schulen der jeweiligen Region, sodass rund 1.000 Schüler und Schülerinnen der 5./6. Klassen und der 9./10. Jahrgangsstufen als Pilotklassen teilnehmen können.
Die ersten kooperierenden Höfe stehen bereits fest: in Niedersachsen der NABU-Schulbauernhof Woldenhof in Ostfriesland, das Moormuseum Emsland in Geeste (Landkreis Emsland), der Naturhof Buschwiesen im Landkreis Grafschaft Bentheim, der Hof Meyer in Menslage-Herbergen, der Wilheminenhof im Landkreis Vechta, der Schäferhof in der Dümmeniederung in Stemshorn, das Archezentrum Amt Neuhaus im Landkreis Lüneburg, der Michaelshof e.V. im Landkreis Lüchow-Dannenberg und der Arche-Park des SCHUBZ in Lüneburg.
In Hessen sind dabei der Tierpark Sababurg, die Walachenschafzucht Simantke, die Stupp GbR, die Schafzucht Beppler/ Zehme, der Verein Weidewelt, die Arche Armin, der Hof Kerzell, der Verein Soay Freunde Kellerwald, das Freilichtmuseum Hessenpark, die Schäferei Berbalk und der Bechtheimer Talhof.



Kostenfrei für die Akteure
Dank der großzügigen finanziellen Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung sind sämtliche Angebote und Materialien für alle Akteure kostenfrei.
Nach Ende des Projekts im Jahr 2022 stehen die entwickelten Materialien allen interessierten Haltern gefährdeter Nutztierrassen zur Verfügung. So kann in ganz Deutschland ein gut vernetztes Angebot außerschulischer Lernstandorte entstehen. Ein Beirat aus Agrar- und Umweltbildung, Landwirtschaft, Tierzucht und Wissenschaft wird das Projekt fachlich begleiten.

 

Gefördert durch:

 

Kooperationspartner:

ÖFFNUNGSZEITEN

Projektberatung:
Mo-Do: 9.00 bis 12.00 Uhr


Materialausleihe:
Mo-Do: 13:00 bis 16:00 Uhr


Tierpflegerinsprechstunde:
Mi: 13.00 bis 16.00 Uhr


Tel: 04131-30979-70
E-Mail: info@schubz.org


Keine festen Büro- und Beratungszeiten während der Niedersächsischen Schulferien.