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Die pädagogische Arbeit des Umweltbildungszentrums SCHUBZ basiert auf dem Konzept einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).  Wir haben den Anspruch bei vielen unserer Vormittagsprojekte und bei allen langfristigen Projekten, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln zu vermitteln. Allerdings stellt BNE eine hohe Messlatte für pädagogische Arbeit dar, denn Bildung für nachhaltige Entwicklung soll Menschen befähigen, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und dabei abzuschätzen, wie sich das eigene Handeln auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirkt (»www.bne-portal/un-dekade.de«).

 

Dabei setzt sie auf die Entwicklung von Gestaltungskompetenz, also die Fähigkeit, Wissen über nachhaltige Entwicklung anzuwenden und Probleme nicht nachhaltiger Entwicklung erkennen zu können. Die Gestaltungskompetenz gliedert sich in konkrete Teilkompetenzen wie zum Beispiel die Fähigkeit zum vorausschauenden Denken und Handeln, zum Erwerben von interdisziplinärem Wissen und zum Erkennen von Zusammenhängen, den Fähigkeiten sich und andere zum selbständigen Handeln zu motivieren, den eigenen Lebensstil zu reflektieren  oder die Fähigkeit, Vorstellungen von Gerechtigkeit als Entscheidungs- und Handlungsgrundlagen nutzen und an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen mitwirken zu können (»www.transfer21.de«).
Die Themenvielfalt einer Bildung für nachhaltige Entwicklung ist groß, denn sie orientiert sich an den drängenden Zukunftsfragen wie Erhalt der Biodiversität, den Herausforderungen des Klimawandels, der Energiewende, der zukunftsfähigen Mobilität, den Folgen der Globalisierung usw. Das zentrale Anliegen von BNE ist es, eine Thematik von verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten und die ökologischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Dimensionen zu betrachten.
Für ein Umweltbildungszentrum wie das SCHUBZ stellt sich die zentrale Frage, wie das anspruchsvolle Bildungskonzept BNE in die praktische Arbeit einfließen kann.
Dabei hat sich in unserer pädagogischen Praxis folgende Vorgehensweise bewährt:

I. Auswahl eines geeigneten BNE-Themas
Wir wählen ein zukunftsrelevantes Thema aus, an dem sich die verschiedenen Dimensionen einer nachhaltigen Entwicklung deutlich machen lassen. Dazu haben wir die »Brille der Nachhaltigkeit« entwickelt, die es erlaubt aus der ökologischen, der ökonomischen, der sozialen und der kulturellen Perspektive auf das Thema zu blicken. Themenanalyse mit Hilfe der Brille der Nachhaltigkeit:
Lassen sich wirtschaftliche Zusammenhänge deutlich machen? Lassen sich soziale Zusammenhänge deutlich machen? Welche ökologischen Fragestellungen gibt es? Gibt es Ansatzpunkte für Gerechtigkeitsfragen? Welche globale Dimension hat das Thema? Bietet es die Möglichkeit, sich mit dem eigenen Lebensstil auseinanderzusetzen? «Welche wissenschaftlichen Lösungsansätze werden bezogen auf das Thema diskutiert (z.B. Suffizienz und Effizienz)?

II. Orientierung an der Lebenswirklichkeit der Kinder und Jugendlichen
Im zweiten Schritt beleuchten wir die Lebenswirklichkeit der Kinder und Jugendlichen: Welche Bereiche des ausgewählten BNE-Themas sind für sie relevant? Wo gibt es Anknüpfungspunkte für situatives Lernen? Wo können sie selbst aktiv werden, wo haben sie konkrete Einflussmöglichkeiten? Hilfreich an dieser Stelle ist der Einsatz einer Lernlandschaft. Sie verdeutlicht auf anschauliche Weise das Umfeld und den Aktionsradius der Adressaten.

III. Auswahl geeigneter BNE-Methoden
Im letzten Schritt liegt der Fokus auf der Auswahl von Methoden, die die Entwicklung der Teilkompetenzen der Gestaltungskompetenz unterstützen. So sind z.B. Methoden des selbst organisierten Lernens (SOL) hilfreich. Komplexe Zusammenhänge zu verdeutlichen und miteinander und voneinander zu lernen, handlungsorientierte Methoden wie das eigenständige Forschen oder das Lernen an Stationen fördern die Fähigkeit
selbständig handeln und aktiv werden zu können. Reflexive Methoden, wie das philosophische Gespräch, dienen der Auseinandersetzung mit Fragen der weltweiten Gerechtigkeit oder der Gerechtigkeit zwischen den Generationen. Planspiel und Rollenspiel ermöglichen den Perspektivwechsel und somit der Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbstverständnis und Lebensstil. Gute BNE-Methoden sind also motivierend, kreativ, reflexiv und partizipativ.

BNE in den SCHUBZ-Projekten
Es ist unrealistisch anzunehmen, dass jedes Bildungsprojekt alle Teilkompetenzen der Gestaltungskompetenz fördern kann. Es ist aber durchaus möglich, selbst in dreistündigen Vormittagsprojekten Aspekte von BNE zu berücksichtigen. So pressen im »Apfelprojekt« die Schulkinder aus mitgebrachten Äpfeln frischen Apfelsaft und beschäftigen sich spielerisch mit der Herkunft, den Anbaumethoden, dem Transport und dem weltweiten Handel von Äpfeln.  Im Vormittagsprojekt »Energielabor« steht die experimentelle Arbeit der Schüler an verschiedenen Lernstationen (Sonne, Windkraft, Wasserkraft) im Vordergrund. Zusätzlich werden
mit Hilfe des Spiels »Energie – weltweit«, Fragen der Verteilungsgerechtigkeit thematisiert und in einer Gesprächsrunde der eigene Lebensstil reflektiert.
Der hohe Anspruch von BNE lässt sich am besten in längerfristig angelegten Projekten wie den SCHUBZ-Projekten »ZukunftsKlima«, »Klima-Wecker«, »NaviNatur« oder »Zukunftsforscher« verwirklichen.
In diesen Projekten arbeiten Kinder und Jugendliche über einen längeren Zeitraum an BNE-relevanten Themen wie Klimawandel, Biodiversität, nachhaltige Lebensstile und Konsum. Dabei setzt das SCHUBZ-Team auf methodische Vielfalt und den motivierenden Einsatz von neuen Medien. Beispielweise wurden gemeinsam mit Jugendlichen ein Online-Spiel und ein Rap für das Projekt »ZukunftKlima« entwickelt,  mit Hilfe von GPS-Geräten Bildungsrouten im Projekt »NaviNatur« erarbeitet oder Filme zum Thema Energie im Rahmen von »Klima-Wecker« gedreht. Die BNE-Methodenpalette reicht vom Planspiel zur Schulsanierung über eine szenische Inszenierung von Zukunftsvisionen bis zur Ausbildung von Energiemanagern in den Schulen.
Wir wollen Kinder und Jugendliche fit machen für die Zukunft. Wir möchten ihnen durch BNE-Bildungsangebote die Möglichkeit geben, Gestaltungskompetenz zu entwickeln, damit sie ihre Zukunft nachhaltig gestalten können.

Sigrid Vogelsang

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