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NaviNaturDas SCHUBZ entwickelt mit den NaviNatur-Projekten eine neue Methode

Das SCHUBZ-Projekt »NaviNatur« verknüpft Naturerlebnis mit digitalen Medien. Die Methode ist die Erstellung von GPS-basierten Bildungsrouten. Das Projekt greift die Fragestellung auf, wie Jugendliche für Themen der Nachhaltigen Entwicklung motiviert werden können. Ziel ist es, die Schüler da abzuholen, wo sie gerade stehen – in ihrer digitalisierten Lebenswelt.

Laut JIM-Studie besaßen 98  Prozent der Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren im Jahr 2012 ein Handy, 63 Prozent verfügten über ein Smartphone. Trotz dieser Selbstverständlichkeit, mit der Jugendliche mit digitalen Medien umgehen, bleibt der Einsatz in der schulischen Praxis hinter den Erwartungen und Anforderungen der Bildungsstandards und Bildungspläne zurück. Dies hat unterschiedliche Gründe: Zum Beispiel haben Schulen häufig nicht die nötige Ausstattung. Aber Schüler lernen mit dem Einsatz von Computern und dem Internet schneller, sind dabei motivierter, zudem kann die Lernförderung individueller erfolgen. Schulen öffnen sich immer mehr den digitalen Medien. So wird das Lernen durch PCs, Internet, Active- oder Smart-Boards und Tablet-PCs unterstützt. Die Nutzung von GPS-Geräten bietet die Chance, nicht auf einen festen Computerraum angewiesen zu sein. Informationen in Form von Text, Bild, Audio oder Video können auch außerhalb des Klassenraums aufgerufen und verarbeitet werden. Dadurch schafft man eine Flexibilisierung von Lernorten.
GPS-Geräte sind ein Werkzeug, um Technik, Bildungsinhalte und Naturerlebnis zu verbinden. Im Outdoorbereich erfreut sich Geocaching großer Beliebtheit. Das größte Geocach-Verzeichnis meldete im Juli 2013 weltweit 2.155.877 Geocaches mit mehr als 5 Millionen aktiven Personen. Auch in Deutschland ist Geocaching sehr beliebt, hier sind über 22.000 Caches in der Datenbank »www.geocaching.com« zu finden.
Der Unterschied zu den herkömmlichen Geocaching-Touren besteht bei der neuen SCHUBZ-Methode darin, dass die Schüler beim GPS-Bildungsrouting ihre »Points of Interest« (POI) als GPS-Punkte zur nachhaltigen Entwicklung selbstständig gestalten. Dazu entwickeln sie vom realen Naturerlebnis ausgehend für sie interessante Fragestellungen. Sie erstellen eigene mediale Informationen mit Bildern und Audiobeiträgen. Diese werden anschließend auf GPS-Geräte geladen. Die Schüler leisten damit einen besonderen Beitrag zur öffentlichen Wahrnehmung der Nachhaltigen Entwicklung in ihrer Region, selbstorganisiert und lebensweltnah. Denn wer wüsste besser wie man die Schüler von heute für das Konzept einer Nachhaltigen Entwicklung begeistern kann als sie selbst?
Seit 2007 entwickelt das SCHUBZ über verschiedene Pilotprojekte die neue Methode »GPS-Bildungsrouting«. 2009 bis 2011 hat das SCHUBZ gemeinsam mit vier nationalen Schulen am Rande des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe und weiteren Partnern wie der Leuphana Universität Lüneburg und das Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue das Projekt »NaviNatur« gestartet und dabei die Methode des GPS-Bildungsroutings über eine Fachtagung transferiert. Das Projekt »NaviNatur-Schulpatenschaften zwischen Rumänien und Deutschland« lief von 2011 bis 2013 und erweiterte die bisherige Methode, indem es divergente Räume im besonderen Maße digital verband. Über persönliche Begegnungen von Schulen gelang ein Austausch zwischen Ost- und Westeuropa. Die Schüler reflektierten miteinander das jeweilige Verständnis einer nachhaltigen Entwicklung ihrer Region indem sie gemeinsam GPS-Bildungsrouten entwickelten.
Das Vorhaben bestand aus unterschiedlichen Ebenen: Fünf Schulen aus Deutschland und Rumänien beteiligten sich, indem sie in Arbeitsgemeinschaften oder im Unterricht das Thema Nachhaltige Entwicklung mit digitalen Medien im internationalen Austausch behandelten: Was heißt Nachhaltigkeit? Wie können GPS-Bildungstouren in Biosphärenreservaten und anderen Schutzgebieten erstellt werden? Wie gestalten wir den Schulaustausch? Wie präsentieren wir unsere GPS-Touren am Tag der Bildungsschatzsuche der Öffentlichkeit? Dabei wurden sie von den jeweiligen Biosphärenreservaten in den Regionen, der Leuphana Universität Lüneburg und der Universität Bukarest unterstützt. Um einen situierten Lernzugang zu schaffen, beschäftigten sich die Schüler mit den Schutzgebieten in ihrer Nähe. Mit GPS-Geräten, Digitalkameras und Aufnahmegeräten ausgestattet, unternahmen sie per Fahrrad oder zu Fuß Exkursionen und erforschten ihren
Lebensraum. Dabei suchten und erkundeten sie Orte, an denen ihre Themen besonders gut verdeutlicht werden können. Sie navigierten sich zu den jeweiligen POIs und belegten die GPS-Punkte mit Wissenswertem zum jeweiligen Lebensraum.
Die Inhalte behandelten ökologische, ökonomische und sozial-kulturelle Aspekte ihrer Region. Es entstanden Touren im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue und Schaalsee, im Naturpark Breite in Rumänien und im Biosphärenreservat Donaudelta. Diese wurden über die Internetseite »www.navinatur.de« publik gemacht. Auf der Projekthomepage hatten die Schüler außerdem die Möglichkeit, Wiki-Artikel zu ihren jeweiligen Themen kooperativ zu verfassen und sich im Forum oder Chat untereinander auszutauschen. Mit dem GPS-Bildungsrouting erhalten Schüler somit eine gute methodische Alternative, ihre gewonnenen Erkenntnisse an andere raumbezogen weiterzugeben.
Über die reine Information hinaus wird vor allem mit den GPS-Bildungstouren die Diskussion der Schüler angeregt und gezielt die Interaktion bei Befragungen oder handlungsorientierten Aktionen unterstützt. Damit fördert diese Methode die Partizipation mit digitalen Medien im Kontext einer Bildung für nachhaltige Entwicklung und kann zum Erwerb von Gestaltungskompetenz beitragen.

Lena Wäbs

www.navinatur.de

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